Montag, 6. Dezember 2004

Stefan Tolksdorf:
»Diesseitig nicht fassbar«.
Spiritualität im Werk von Paul Klee

Ort: Katholische Akademie, Wintererstr. 1
 

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Das Thema

Unter den Großen der Klassischen Moderne ist Paul Klee der geistige Künstler par excellence. In der Nachfolge Goethes und der deutschen Romantik war es sein Anliegen, Kunst und Wissenschaft wieder mit dem Glauben an eine kosmische Ganzheit zu versöhnen, noch im Kleinsten das Werk von  Weltgesetzen erfahrbar zu machen, als deren Vermittler und Mitschöpfer er sich sah. Von jeher der Natur innig verbunden, reifte Klee vor allem während des Ersten Weltkriegs, in der geistigen Nachfolge des gefallenen Freundes Franz Marc, zum „diesseitig nicht fassbaren“ Künstler. Eine existenzielle Erschütterung erfährt dieses mitunter verstiegen wirkende Selbstbild, als dem ehemaligen Bauhauspädagogen die Lehrerlaubnis entzogen wird, und er im Berner Exil unheilbar erkrankt. In einem erstaunlichen Spätwerk wächst Klee förmlich über sich hinaus und findet, zwischen Trostlosigkeit und Transzendenzgewissheit, schließlich zu einem gelassenen Einverständnis, von dem seine späten Engelbilder künden. Am Ende bedarf der Vermittler selbst der Vermittlung – durch die Kunst.

 
Der Referent

Stefan Tolksdorf, Autor der bei Herder erschienenen neuen Klee-Biographie „Der Klang der Dinge“, vermittelt durch Lichtbilder, Kommentare und Lesungen aus seinem Buch ein lebendiges Bild eines Malers, dessen Sehnsucht auf jene letzte Einheit der Gegensätze zielte, die er manchmal Gott nannte.
 

Das Buch:

Stefan Tolksdorf
Der Klang der Dinge
Paul Klee – Ein Leben
ISBN 3-451-28011-6, 240 Seiten, € 22,-